ausbildung
Seminarkurs 2025–2027
Der dritte berufsbegleitende, waldorfpädagogische Seminarkurs am Seminar Atelierschule startet im September 2025 und geht bis Februar 2027.
Der berufsbegleitende, seminaristische Kurs umfasst einen Nachmittag wöchentlich, 6 Wochendtagungen mit externen Dozent:innen, Unterrichtshospitation, Unterrichtsbegleitung und freie Projektarbeiten. Die Dauer des Seminarkurses beträgt mit drei Halbjahren 1.5 Jahre, wobei sich das letzte Halbjahr vorwiegend selbständigen, fachbezogenen und praxisorientierten Arbeiten widmet.
Der Kurs wendet sich an interessierte Lehrpersonen mit oder ohne Unterrichtserfahrung, die eine freie individuelle Vertiefung in die anthropologischen Grundlagen und die Methodik der Rudolf-Steiner-Pädagogik suchen. Sie führt zu einer Zusatzqualifikation für den waldorfpädagogischen Unterricht auf den Sekundarstufen I und II.
Die Grundidee des Seminarkurses ist nicht ein schablonenhaftes Absolvieren von Modulen, sondern eine freies Vertiefen des individuellen Interesses an Grundlagen der Rudolf Steiner Pädagogik aus den jeweils eigenen persönlichen und biografischen Voraussetzungen heraus. Der Ausbildungskurs ist daher in hohem Grade von den freien Interessen und Projektarbeiten der Teilnehmenden bestimmt. Zahlreiche Lehrpersonen wünschen sich Musse zur Verfolgung ureigener Impulse oder innovativer Unterrichts- und Schulentwicklungsprojekte, was oft durch die enormen täglichen Belastungen des Unterrichtsbetriebs verhindert wird. Unser Seminarkurs möchte eine Möglichkeit bieten, solche Impulse in freiem Tun und gemeinsamen Austausch zu entwickeln.
Im September 2024 begann der zweite berufsbegleitende, waldorfpädagogische Seminarkurs, der sich im 3. Halbjahr 2025/26 mit dem 1. Halbjahr des neuen Kurses überschneidet, was interessante Kontaktmögichkeiten bietet
Kontakt für Interessierte: Henrik Löning, Seminarleitung.
• Selbstgestaltungskräfte aufbauen
• freie Impulse entwickeln
• Freude am Unterrichten beleben
«Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse freien Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen.» – Rudolf Steiner
Module
1 Nachmittag wöchentlich Seminar: Kunst, thematische Vertiefungen, Input, Austausch, Übungen, Begegnung
6 Blockwochenenden mit Dozent:innen: Vorträge und Arbeiten in Workshops
Praxisbezogene Projekte: Unterrichtsbegleitung, selbständige Projekte
Dauer
Berufsbegleitend, 1.5 Jahre: September 2025 bis Februar 2027
Voraussetzungen
Für alle interessierten Lehrpersonen, mit oder ohne Unterrichtserfahrung.
Kosten
Richtpreis 450 CHF / pro Monat. Das Seminar kann die Suche nach Stipendienbeiträgen unterstützen.
Infoabend
Dienstag 20. Mai 2025, 19:00 Uhr
Plattenstrasse 37, 8032 Zürich
Anmeldung, Kontakt
An Henrik Löning, Seminarleitung
E-Mail: seminar@atelierschule.ch
Tel. mobil: 076 516 41 22
Wenn Sie ein individuelles Informationsgespräch wünschen, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.
Anmeldeschluss: 31. Mai 2025
Dauer
September 2024 bis Februar 2026
Die rauschenden Begriffe der pädagogischen Fachliteratur über Selbstoptimierung, Selbstwirksamkeit oder Selbstperfektionierung bergen die Gefahr einer Einseitigkeit und Selbstverblendung. Im 21. Jahrhundert ist nicht die persönliche, subjektive Entfaltung erstrebenswert, sondern die Erweckung der geistigen, kreativen Kräfte, die im Menschen schlummern; sie allein können Natur und Mensch versöhnen. Es geht um die Überwindung der egoistisch-persönlichen Gefühle des Menschen und insbesondere der Pädagogen.
Die Grundlagen einer modernen Pädagogik müssen stets das einzelne Kind, die Schülerin, den Schüler, die Jugendlichen als Werdende ins Zentrum stellen, die in ihnen vorhandenen Ver- anlagungen wahrnehmen und gezielt fördern. Aus empirischen wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, dass die Beziehung zwischen den Unterrichtenden und den Schüler:innen ausschlaggebend ist für die Förderung der Lernprozesse. Nicht das Was (der Stoff) ist allein entscheidend, sondern das Wie (Transmission) schafft eine vertrauenswürdige und nachhaltige pädagogische Beziehung – das, was sich zwischen den Protagonisten abspielt, ist relevant und entwicklungsfördernd. Die Schülerin oder der Schüler braucht über eine längere Zeitspanne ein Klima der Zuverlässigkeit, Offenheit, Empathie, Wärme, Weltinteresse und Klarheit: eine Umgebung der Selbstlosigkeit. Rudolf Steiner beschreibt diesen Impuls konkret als den guten Geist der Waldorfschule.
Diese geistige Realität kann Inspirationsquelle für die Handhabung der Pädagogik sein. Sie soll, wie Steiner meinte, nicht «intellektuell-gemütlich» verstanden werden; vielmehr soll sie eine praktische, individuelle Methode sein, die Pädagog:innen befähigt, dasjenige, was im Menschen latent vorhanden ist, zu wecken. Schüler:innen und Lehrpersonen bilden immer eine einzigartige Gemeinschaft, die das Leben so prägt, dass Überschusskräfte freigesetzt und Fähigkeiten gebildet werden, über sich selbst hinaus zu wachsen.
Robert Thomas